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Willkommen im falschen Film

Die Landeshauptstadt München setzt noch immer libreOffice Calc ein. Sie werden zwar zurück migrieren auf Microsoft Excel, aber das dauert …

Und solange muss ich dort noch Calc unterrichten.

Habe ich schon oft -ich kann mich einfach nicht mit DIESER Tabellenkalkulation anfreunden. Vielleicht bin ich excelverwöhnt. Hier einige meiner Kritikpunkte:

* Trägt man unter einer Liste einen Buchstaben an, der in mehreren Varianten vorkommt, wird der Eintrag vorgeschlagen (AutoEingabe), der zuerst in der Liste auftaucht:

Das klein geschrieben „a“ bleibt übrigens klein. Man muss es in Großbuchstaben schreiben.

* Egal an welcher Stelle man einen Buchstaben einträgt – die gesamte Liste wird abgesucht:

Eine Datumsangabe wird als Standard in der Form TT.MM.JJ eingetragen. Leider kann diese Grundeinstellung nicht ändern – man kann zwar das Datum formatieren …

* Ebenso Uhrzeit: sie wird als Standard mit Sekunden (also: HH:MM:SS angezeigt):

* Will man zwei Tabellenblätter unterschiedlich formatieren (beispielsweise eines quer und eines hoch), muss man neue Seitenformatvorlagen anlegen. Es geht leider nicht einfach über Format / Seite. Auch wenn das Denken nachvollziehbar ist (entnommen einem Satzprogramm, in dem auch Vorlagen für Seiten definiert werden), so erscheint es mir in Calc umständlich!

Liste der Vorlagen für Seiten

Kann ich so nicht beurteilen. Müsste ich nackt sehen.

Man zwingt mich erneut Calc zu unterrichten. Und ich entdecke wieder ganz viele schreckliche Dinge – viel schlimmer als man es sich in Excel jemals vorstellen kann.

Ich zeige den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass man mit einem Minuszeichen bequem auf der rechten Zahlentastatur ein Datum eingeben kann, also:

20-11-17

Die erste Stolperfalle – man darf nicht

20-11-2017

eintragen – dies wird nicht als Datum erkannt!

Ein Teilnehmer versucht es mit seinem Geburtsdatum – padautz: es funktioniert nicht. Und tatsächlich: libreOffice Calc akzeptiert diese Schreibweise nur bei Datumsangaben zwischen 2000 und 2031.

Mit leerem Hirn spricht man nicht!

In den letzten drei Tagen habe ich libreOffice Calc unterrichtet. Die Landeshauptstadt München setzt die – nicht mehr aktuelle – Version 5.1 ein. Nach drei Tagen Calc weiß man Excel zu schätzen.

Wenn man ein Tabellenblatt schützt, kann man immer noch einen Doppelklick in eine geschützte Zelle machen. Aber natürlich nicht mehr ändern. Im Funktionsassistenten funktioniert die Tastenkombination [Shift] + [F4] zum Umwandeln in einen absoluten Bezug nicht.

Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Amüsiert hat mich Folgendes. In einen Text wird über Einfügen / Sonderzeichen aus der Schriftart Symbol das Summensymbol (Σ):

Nach Bestätigen der Eingabe sieht die Zelle folgendermaßen aus:

Ein Trost: in der aktuellen Version 5.2 ist dieser Bug behoben. Das nützt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landeshauptstadt Münchens allerdings nichts…

Alle wollen individuell sein. Aber wehe es ist mal jemand anders.

Wir können ja so froh sein, dass wir Microsoft Excel verwenden (dürfen).

Heute in der libreOffice Calc-Schulung haben wir festgestellt, dass eine Linie, die an den rechten Zellrand angefügt/formatiert wird auch von dort wieder weggenommen werden muss und nicht vom linken Rand der Nachbarzelle.

Zu Glück hat Excel dieses unglückliche Verhalten schon seit vielen Versionen bereinigt.

Da lernt man Dreisatz und Wahrscheinlichkeitsrechnung und steht trotzdem grübelnd vor dem Backofen, welche der vier Schienen nun die Mittlere ist.

Erstaunlich: In Microsoft OneNote gibt es ein Symbol in der Multifunktionsleiste „Kalkulationstabelle“. Okay – damit kann man „vorhandene Excel-Tabellen“ öffnen und „neue Excel-Tabellen“ erstellen.

Erstaunlich, dass Microsoft wahrnimmt, dass andere Kalkulationsprogramme existieren.

Erstaunlich, dass Microsoft wahrnimmt, dass andere Kalkulationsprogramme existieren.

Ich habe es ausprobiert: Öffnet man eine libreOffice (oder openOffice.org) *ODS-Datei, wird sie in Excel geöffnet. Excel kann sie (mehr oder weniger gut) konvertieren.

Calc nervt auch – sogar noch mehr!

Letzte Woche habe ich LibreOffice Calc unterrichtet. Dort gibt es wohl noch mehr Bugs, Ungereimtheiten, Merkwürdigkeiten und sonderbare Phänomene als in Excel.

Beispielsweise existiert in Calc ein Zahlenformat „Wahrheitswert“. Und ähnlich wie in Excel schiebt auch Calc bei einigen Aktionen nach bestimmten Regeln dieses Format unter die Zellen. Das bewirkt, dass nicht die Ergebniszahl 50 angezeigt wird, sondern „WAHR“. Man wundert sich:

50 wird als WAHR formatiert.

50 wird als WAHR formatiert.

Als freuen wir uns über das kleinere Übel Excel und leben mit seinen Fehlern und Schwächen. Und hoffen, dass Excel DAS nicht übernimmt.

Jetzt muss ich mal was Nettes sagen – kann ich auch!

Heute habe ich LibteOffice Calc unterrichtet.

Ein Teilnehmer kopiert eine Liste und fügt sie nicht AUF einer Zelle, sondern IN einer Zelle ein. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

20160919kopieren

Eine Teilnehmerin schreibt „Montag “ (an Ende ein Leerzeichen) in eine Zelle, zieht es nach rechts und wundert sich, warm Calc die Wochentage nicht weiterzählt.

20160919ziehen

Und nun mein Lob an Excel: DIESE beiden Fehler tauchen in der Tabellenkalkulation Excel nicht auf!